Welzow 2023

Welzow 2035

Integrierte Entwicklungskonzeption Neue Landschaft Welzow

KLIMAANPASSUNG, PFLANZEN, NATURNAHER ENTWURF, MULTIFUNKTIONALER FREIRAUM, GARTEN, SPIEL, BETEILIGUNG, BLAUE UND GRÜNE INFRASTRUKTUREN

Soziale Ökologie, Klimawandel und sozialer Zusammenhalt bilden den wesentlichen Ansatz für ein aktuelles Projekt: Integrierte Entwicklungskonzeption Neue Landschaft Welzow.

Das Projekt bringt drei verschiedene Konzepte zusammen: Gemeinschaft, Ökologie und Stadt.
Die Stadt Welzow liegt in der Lausitz direkt am aktiven Tagebau Welzow-Süd. Die Stadt erlebte durch den Bergbau von 1900 bis 1967 einen sprunghaften Anstieg der Einwohnerzahlen auf 7200, heute leben hier nur noch 3500 Einwohner.

Wir, ein interdisziplinäres Team unter meiner Leitung, haben für dieses Projekt in einem Zeitraum von 2 Jahren immer wieder unser Büro verlassen und verschiedene regionale Akteure und Expertinnen in den Planungsprozess einbezogen.

Wir haben von den Menschen in der Region und aus der Geschichte der Landschaft gelernt, mussten bergbaurechtliche Grundlagen berücksichtigen und haben praktisch die Vision einer attraktiven und außergewöhnlichen Gestaltung der stadtnahen Folgelandschaft auf einer Fläche von 110 Hektar entwickelt.

Das aus der Integrierten Entwicklungskonzeption hervorgegangene Gestaltungskonzept hat als starkes Motiv eine Terrassengestaltung mit der räumlichen Ausrichtung dieser neuen Landschaft in Richtung Süden bzw. Südost / Südwest. Dabei haben wir vorgeschlagen, die bislang räumlich eher trennenden Flächen der Hochkippe in die Gestaltung teilweise mit einzubeziehen, um eine bessere Verbindung zur Stadt herzustellen.

Als Nutzung ist auf den mit Höhenunterschieden von jeweils ca. 3–5 m konzipierten Terrassen der Anbau landwirtschaftlicher Produkte vorstellbar. Durch die Terrassenlandschaft ziehen sich Wegestrukturen, die mit besonderen Orten der Stadt verbunden sind.

Insgesamt entsteht das Bild einer kleinteiligen Struktur der Landschaft, die für den Menschen als Erholungsort attraktiver ist, als es die Monokultur der konventionellen Rekultivierungsflächen wäre. Die neue Landschaft wird zum Laboratorium mit besonderen mikroklimatische Situationen, botanischen Experimenten und neuen innovativen Konzepten für kollektive Räume in der Niederlausitz.

Mit der Transformation des Tagebaurandes in eine nach Süden ausgerichtete terrassierte Halboffenlandschaft, in der Landwirtschaft, Wein- und Obstanbau dominieren, werden die historischen Wurzeln der Lausitzer Kulturlandschaft in die Gestaltung mit einbezogen. Dadurch kann die Stadt Welzow zum Impulsgeber für den Strukturwandel werden und langfristig regionalen und überregionalen Akteuren die Möglichkeit bieten die Zukunft produktiv mitzugestalten.

Die Gestaltung der stadtnahen Bergbaufolgelandschaft übernimmt in Welzow eine Schlüsselrolle für eine bessere Akzeptanz. Sie hat bei diesem Prozess eine große Bedeutung als Verbindung zwischen Landschaftsbild, Nutzung, sozialem Halt im Raum und wirtschaftlicher Tragfähigkeit.

Die Entwicklungskonzeption wurde am 5. Dezember 2018 vom Stadtrat beschlossen und ist mittlerweile ein Schlüsselprojekt im Strategiekonzept Land Innovation Lausitz mit dem GFZ Potzdam, der Leibnitz-Gemeinschaft und der BTU, das z.Zt. zur Genehmigung im Rahmen des Förderprogramms WIR! Wandel durch Innovationen in der Region“ beim BMBF liegt.

Partner: BTU, LEAG, AG Kohle, Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
Auftraggeber: Stadt Welzow
Jahr: 2017/18


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